Seiltanz Ukraine

Zu Zeiten, alsi ich einen wunderschönen, mit dunklen Steinchen besetzten Davidstern an meinen Hals trug, stand ich eines Tages in einem Supermarkt am Packtisch. Eine Frau kam, sie erblickte den Stern, sie sagte: „Du bist Jude. Du bist also Nazi.“ Ich war dermaßen erstaunt, dass ich nichts sagte. Ich staune selten. Die Frau stammte offenbar aus dem Süden oder dem Nahen Osten.

Ein Jude schrieb, wie ich es vor einiger Zeit erfahren habe, ein Stück weit das gleiche, was die Frau sagte, bereits Jahre zuvor, an einem anderen Ort. Er sagte, Äußerungen bezüglich des jüdischen Faschismus riefen heftige Proteste bei den Vertretern der demokratischen Öffentlichkeit hervor. (Ein Teil dieser Öffentlichkeit steckte wohl damals in mir am Packtisch.) Zwischen den Worten „Juden“ und „Faschismus“ gebe es laut Vorstellungen der Vertreter des Liberalismus keine Verknüpfung. (Wohl, so dachte und fühlte ich.) Eher gebe es eine Verknüpfung wie ein Tandem „Henker-Opfer“. (Ja, nicht?) Es sei aber, so schrieb er, eine emotionale und fehlerhafte Reaktion, denn es gehe darum, dass keine Nation gegen Entstehung nationalistischer und rassistischer Ideen in ihrer Mitte immun sei.

Um Parallelen zwischen dem deutschen Faschismus und den Ideen aus einem jüdischen Buch zu veranschaulichen, führte er einige Beispiele ein. Es sind Aussagen aus dem Buch Tanja und Aussagen germanischer Faschisten. Er sagt, es komme vor, als hätten nicht ein paar verschiedene Autoren die Sätze geschrieben, sondern ein Mensch. Er urteilte: Jeder sei von sich selbst überzeugt, er sei besser als der andere, meinte, das könne sich im Laufe der Zeit nicht ändern. Was noch schlimmer sei: Die Autoren sagten, der andere dürfe nicht leben. Katzen sind unreine Tiere, sollen sie ausgerottet werden? Vor Katzen Mäuse? „Was sagt das Grundwasser dazu?“, fragte mich eine Freundin.

Darüber hinaus werden Parallelen zwischen Chabad und Christentum in der jüdischen Welt gezogen. Chabad bete einen Mann so an, wie die ersten Christen Jesus anbeteten. Chabad tue einiges, was im Judentum verboten sei. Es gibt Hilferufe von Juden um Unterstützung gegen den jüdischen Faschismus.

Es gibt Rufe nach Wahrheit bezüglich der Volkszugehörigkeit des Präsidenten Russlands. Mir fällt es schwer zu schreiben, es fällt mir schwer zu schweigen. Von meinen jüdischen Werken sind ein paar Scherben geblieben. Ich glaubte, mich überwinden zu müssen, jüdisch nicht mehr zu singen. Ich erbte einen Wald und im Wald sind zwei erschossene Männer begraben. Mein Großonkel dachte, als er sie, zwei Juden, einst zur Erdkuhle brachte, sie seien Menschen und hätten zu leben, wie vor ihnen ein Russe und ein Lette in derselben Erdkuhle. Andere dachten anders. Sie hatten Macht und Gewehre. Macht und Gewehre haben heute in ihren Händen die beiden Präsidenten. Im Osten gibt es seit Jahren Stimmen, dass der ukrainische und der russische Präsident nach einem geltenden Recht ein und demselben Volk angehören.

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Erwähnte Werke:

Eduard Hodos, Jüdischer Faschismus, oder Chabad – ein Weg in die Hölle. / Еврейский фашизм, или Хабад — дорога в ад. Ходос Эдуард, 1999(?)

Salman Schneur, Tanja, 1786(?)

Andere:

https://www.writtenby.ch/experimentelles/alltag/stop-the-war/ 

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