Küchenhilfe

Gestern wickelte ich Alufolie um meinen Kopf. Seit Langem schon hatte ich das Gefühl, dass mit meinem Kopf etwas nicht stimme. Schmerz, Leid, Rauschen, Jucken, vielleicht sogar Schüsse und Explosionen – all das suchte meinen Kopf heim. Ein Wunder könnte mir helfen, dachte ich manchmal im Stillen. Und siehe da, es stand tatsächlich im Internet geschrieben, dass es ein Wundermittel namens Alufolie gebe.

Eine Rolle kostet nur einen Euro oder zwei, ich weiß es nicht genau, da ich sie selten gebrauche und noch seltener kaufe. Sie sei nicht teuer, es sei nicht schlimm, sie einmal nicht zweckmäßig zu gebrauchen, es empfehle sich, den eigenen Kopf statt der Umwelt mal schützen zu wollen, und darüber hinaus schade Alufolie der Umwelt vermutlich doch nicht so sehr wie manche Schüsse und Explosionen. So abwägend

 beschloss ich, das Wundermittel auszuprobieren. Es hieß, Alufolie lenke die Energie in die richtigen Bahnen, also, schlussfolgerte ich, könne sie meine Schmerzen in angenehme Gefühle, in weise und kluge Gedanken verwandeln.

Ob sich das bewahrheitet hat, muss ich nicht deklarieren, jeder kann seinen Kopf selbst riskieren. Ich schlage vor, viel Alufolie zu sparen, um in sie die Erde samt all dem Schmerz, all den Schüssen und Explosionen für mehrere Stunden einzuhüllen. Es gäbe Alufolie halt anstelle von grauen Wolken am Himmel, und ein paar Stunden später weniger Schmerz, Schüsse und Explosionen in meinem, in deinem Kopf, in der Welt und überhaupt.

Was auch gesagt werden will, folgt hier. Das Silber der Alufolie erinnerte mich an ein Stirnband. Es gab es in der altslawischen Welt. Manche beginnen es heutzutage zu tragen. Ob es das Stirnband in anderen Kulturen gab oder gibt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. In dem Stoff war ein silberner Draht eingenäht. Es konnte ungute Energien vom Kopf abwehren. So kam ich auf den Gedanken, dass die gesamte Erde nicht mit Alufolie, sondern mit einem silbernen Draht umgeben werden könnte. Harmonien würden entstehen, Wohlklang und Frieden. Es gäbe keine Kriege. „Meinst du das ernst?“, liegt es vielleicht nahe zu fragen. ,,Wieso denn nicht?”, könnte ich sagen. Ist eine Bombe denn, die den Weg haargenau durchs Fenster in meine oder in deine Küche finden kann, nicht ein viel größerer Unfug und eine vielmehr zu vermeidende Sache als meine Empfehlung, die gesamte Erde mit einem silbernen Draht umzugeben?

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