Was hat ein Märchen zu sagen



Vor etwa 460 522 Jahren seien Wesen aus dem Gestirn der kleinen Bärin, wie andere aus anderen Sternbildern, auf die Erde gekommen. Groß seien sie gewesen, ein wenig kleiner jedoch als Wesen aus anderen Gestirnen. Sie ließen sich im russischen Norden nieder. Es hört sich an, als sei es ein beinahe  willkürlich ersonnenes Märchen. Es erinnert an die Worte über die Göttersöhne in der Tora. Die Göttersöhne fanden die Töchter der Menschen schön und sie heirateten sie. Dann kamen der Verfall der Sitten und die Sintflut, heißt es dort. 

Laut versteckter Bücher in Russland gingen die Ankömmlinge aus dem Gestirn der kleinen Bärin später nach Indien. Dort fragten die Einheimischen sie, wo sie her seien. Sie sagten von der himmlischen Kuh, denn das Gestirn der kleinen Bärin, der sie angehörten, hieß himmlische Kuh bei ihnen. Die Menschen verstanden es wortwörtlich in Indien und fingen an, das Tier, die Kuh, als sei sie heilig zu verehren. War die himmlische Kuh für ein ganzes Volk in dem Sinne zuständig, wie Astrologen von einer unter Umständen ausgeprägten Wirkung einzelner Sterne für Einzelpersonen bei der Erstellung der Horoskope heute noch sprechen.

Die Einheimischen nahmen ein Beispiel an den Angekommenen und hörten auf, das Fleisch der Kühe zu essen. Sie fingen an, an die Wiedergeburten zu glauben. Man sagt in Indien, dass die Erkenntnisse von den Rishis, den hellen, den rötlich-blonden, von hinter den Bergen im Norden, der Himalaya, nach Indien gebracht worden seien. Rishi heißt hell, feurig oder blond bis heute in ein wenig verschiedenen Varianten, wo SH wie GE im Wort Vernissage ausgesprochen wird, in slawischen Sprachen. Im Deutschen scheint der Kern des Wortes rishi in der Bezeichnung "Reizker" immer noch enthalten zu sein. Die Bezeichnung änderte sich ein wenig. Die Farbe des Pilzes blieb dieselbe.

Viele Seen und Flüsse heißen bis heute in Russland so, wie sie laut Epos Mahabharata vor Jahrtausenden genannt wurden. Die Bezeichnungen der Flüsse im Sanskrit unterscheiden sich von den landläufigen russischen kaum oder sind mit ihnen identisch. Das russische Volk nennt die Flüsse heute noch so. Geht jemand zum Fluss nach wie vor manchmal vielleicht, um sich vor ihm zu verbeugen?

Das Verbot, das Fleisch der geschlachteten Kühe zu essen, lebt in einem russischen Märchen. Es heißt Kindchen Chawroschechka. Was der Name bedeutet, ist wirklich schwer zu sagen. Vielleicht kommt es vom etruskischen Wort Februus,  der Reinigende, vielleicht von der hebräischen Bezeichnung für ein unreines Tier. Es kann aber gut sein, dass es etwas ganz anderes heißt. Das Märchen erzählt von zwei Anteilen des Mütterlichen, die seit eh und je in sehr vielen Kulturen vorkommen: von der bösen Vernichtenden und der ernährenden Guten. Eine Kuh hilft dem Kind, dem Mädchen, dessen gute Mutter nicht mehr lebt. Die Kuh muss auf den Geheiß der bösen Stiefmutter und zugleich Tante des Mädchens aber geschlachtet werden. Die Kuh, um das Mädchen zu retten, heißt es dort, soweit es geht. Diejenigen aber, die schwere Kisten für mich tragen, müssen, soweit ich weiß, Fleisch essen, um Kraft zu haben.

Die Streitfragen der beiden Traditionen, des Korans, der Tora und der Bibel einerseits und der vedischen andererseits ganz umzugehen, gelingt kaum. Ich kann kein Fleisch essen, keinen gehörnten Kopfputz tragen und das Anfertigen von Stickereien mit solaren Zeichen sein lassen. Die Frage des Malens bleibt nach wie vor im Raum stehen. Das erste der zehn Gebote verbietet das Malen der Geschöpfe, darunter der Kühe, streng genommen. Es führte dazu, sich davor statt vorm Höchsten zu verbeugen, sagen manche Rabbiner. Malen fördert die Entwicklung des Mitgefühls, die Wahrnehmung des eigenen Körpers von innen, es trägt zum seelischen Wohlbefinden bei, bedeutet eine Art Kontakt mit der Welt, sagen die Kunsttherapeuten heute. In der vedischen Tradition ist es nicht verboten, zu malen. Die zwei Traditionen lassen sich kaum vereinbaren.

Ein Rabbiner ist zugleich Richter in der jüdischen Welt. Zu einem von ihnen kam einst ein Mann und schimpfte über einen anderen, laut einem Witz. Der Richter sagte: Du hast recht. Der Mann ging. Nach ihm kam ein zweiter und schimpfte über den ersten, der gegangen war, wie schlimm er sei. Der Rabbi sagte: Du hast recht. Die Frau des Rabbiners, die Rebezen, hatte all das durch die Wand aus der Küche gehört. Sie sagte zu ihrem Mann: Beide können nicht recht haben. Du sagtest zu dem einen Mann, du seiest mit ihm einverstanden, und gleich daraufhin zu dem anderen. Wie kannst du so etwas tun? Ihr Ehemann hob seinen Zeigefinger hoch, dachte eine Weile nach, atmete tief ein und aus, und sagte dann: Aaaa... Du hast auch recht. Machte er sich aus dem Staub? Übergab er die Streitfrage in die Hände der Zeit?


Die Erlaubnis, geschlachtete Kühe zu essen, kommt vermutlich aus der altarabischen Mondreligion. Das westliche Christentum brachte das Fleisch der geschlachteten Kühe vor über dreihundert Jahren auf die russischen Tische. In der alten vedischen Tradition glich die Kuh im gewissen Sinne des Wortes sowohl der Mutter Erde als auch der Frau, die verheiratet war und Kinder gebar. In Russland bis vor dreihundert Jahren galt ein Verbot, das Fleisch der Kühe zu essen.

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