Wie es auch immer sei, ob ich es will oder nicht, erinnert mich das oder jenes Gesagte an einen jüdischen Witz. Er beweist nichts. Er verbildlicht die Sache bloß schlicht. Ein Mann hält einen Diamanten in der Hand. Er rennt von einem Juwelier zum anderen in Frankreich und Italien. Er bittet etliche angesehene Juweliere, ein Loch in den Diamanten zu bohren. Niemand wagt es, seinem Wunsch entgegenzukommen. Zum Schluss kommt er zu einem Juwelier in den Niederlanden. (Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, ob es so war, die Wendungen „in den Niederlanden“ und „von einem zum anderen“ setzen sich aber aus fast gleichen Buchstaben zusammen und passen zueinander. Die Sprache als solche will sich hin und wieder eben auch behaupten.)
Der Juwelier lässt ihn im Laden warten und ruft einen Lehrling. Der nimmt den Diamanten und geht. Er kommt nach wenigen Minuten zurück. Er zeigt das Loch, das er in den Stein gebohrt hatte. Der Kunde kann es nicht fassen. Er erzählt, er habe die angesehensten Juweliere darum gebeten, den Diamanten zu durchbohren, keiner habe sich getraut, das auch nur zu versuchen. Wie konnte es einem Lehrling gelingen, das Loch innerhalb einer so kurzen Zeit fertigzubringen? Der Besitzer des Juwelierladens weiß sich auch jetzt zu helfen. Er antwortet, ohne mit der Wimper zu zucken: Der Angestellte ist kein Juwelier, er wusste nicht, was er in seinen Händen hielt. Von seinem Standpunkt aus durchbohrte er keinen Diamanten, er wagte es umzugestalten, weil er nicht auf die Idee kam, das Stück für etwas Wertvolles zu halten.
Witze sind fürs Zwerchfell gut, weil sie Lachen verursachen. Sie entspannen. Den Verstand und das echte Mitgefühl vermögen sie gut bis zu einem gewissen Grad irrezuführen. Etwa nicht?
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